Niedenstein vom 09.05. – 12.05.2024
Der Wetterdienst hatte für das lange Himmelfahrtswochenende gutes Wetter vorausgesagt.
So strahlte morgens schon die Sonne vom wolkenlosen Himmel, als der französische Bus am Niedensteiner Hallenbad ankam, und 47 französische Gäste freuten sich mit ihren deutschen Gastgebern auf spannende Tage. Auch neue Gäste wurden begrüßt, darunter eine 11-köpfige Damen-Fußballmannschaft aus St. Germer.

Nach dem Frühstück in den Gastfamilien und etwas Zeit zum Erholen traf man sich am frühen Nachmittag auf dem Metzer Sportplatz. Dort fand das Fußballspiel zwischen der Damenmannschaft des TSV Metze sowie den französischen Damen statt. Nach den Nationalhymnen sowie der Ode an die Freude wurde das Spiel angepfiffen. Vielen Dank an dieser Stelle an die Verantwortlichen des TSV Metze, an den Schiedsrichter sowie der Damenmannschaft für ihre Bereitschaft, an diesem Nachmittag gegen die Damen aus Frankreich anzutreten. Es war ein faires Spiel, leider ging es für die französischen Gäste verloren. Gegrillt und die mitgebrachten Salate genossen wurde im Anschluss und wer mochte, verweilte noch etwas. Der restliche Abend wurde in den Familien verbracht.
Am nächsten Morgen stand der französische Bus um kurz vor acht Uhr bereit, das Ziel hieß Wetzlar. Mit Verspätung kam der Bus am vereinbarten Treffpunkt in Wetzlar an. In zwei Gruppen aufgeteilt, ging die erste Gruppe mit der Stadtführerin und die zweite Gruppe erkundete schon einmal die Altstadt. Die Führung in französischer Sprache begann am Dom, eines der Wahrzeichen Wetzlars. Das Besondere daran, er wird von Katholiken sowie Protestanten gleichermaßen für den Gottesdienst genutzt. Weiter ging es zum Lottehaus, dort wurde Lotte Buff geboren in die sich später Johann Wolfgang von Goethe 1772 verliebte. Das dort erlebte bildet die Grundlage für Goethes Roman: „ Die Leiden des jungen Werther“. Über den Kornmarkt, Schillerplatz, Eisenmarkt kam die Gruppe zum Fischmarkt: Dort steht ein im 14. Jahrhundert erbautes Haus das von 1690 bis 1806 dem obersten Gericht des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation als Reichskammergericht diente. In diesem Haus trug sich Goethe 1772 in den Praktikantenmatrikel ein. Der letzte Stopp war die in der 2. Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaute alte Lahnbrücke. Sie war Teil des Handelsweges von Frankfurt nach Köln. Mit vielen neuen Eindrücken fuhren die französischen Gäste zurück nach Niedenstein.



Sollte doch heute der gemeinsame Abend in der Jausenstation in Kirchberg stattfinden. Es war ein milder Abend, als die Gäste dort eintrafen und von Dirk Hillebold mit seinem Saxophon musikalisch begrüßt wurden. Die Reihenfolge war diesmal anders, es wurde erst gespeist, dann folgten die Reden. Herr Bürgermeister Frank Grunewald begrüßte die Gäste und unterstrich die Bedeutung beider Länder und ihre freundschaftliche Verbindung. Auch für Europa ist der deutsch-französische Motor sehr wichtig in dieser unruhigen Zeit. Die Vorsitzende des deutschen Partnerschaftsvereins Frau Andrea Fink Beller brachte ihre Freude zum Ausdruck auch neue französische Gäste begrüßen zu dürfen. Es folgten die Grußworte des Bürgermeisters von St. Germer, Monsieur Levasseur, sowie der Vorsitzenden des französischen Partnerschaftsvereins, Madame Valerie Levasseur. Ein Gastgeber hatte 11 Sondermünzen, die für die EM in Deutschland geprägt wurden, besorgt. Diese wurden den Fußballerinnen überreicht. Eine gelungene Überraschung! Nachdem alle Redner, die Fußballerinnen und der Spender der Münzen mit gebührenden Applaus bedacht wurden ging man zum gemütlichen Teil über.
Am Samstagmorgen fuhr der Bus in Richtung Kassel, dort war die Besichtigung des Sepulkralmuseums geplant. Die Gruppe wurde schon erwartet und so konnte die Führung, leider nur in deutscher Sprache, beginnen. Danke an Dagmar und Rita, die die französische Übersetzung übernahmen. Begonnen wurde mit dem Tod in seinen vielen Facetten, vom Sensenmann, wie er früher dargestellt wurde, bis zur heutigen sanfteren Darstellung als Engel. Interessant war auch der Wandel der Trauerkleidung und die Zeit, die Witwen trauern sollten. Früher wurde für eine Witwe 3 Jahre das Tragen der Trauerkleidung für angemessen gehalten. In der heutigen Zeit gelten keinerlei Regeln dafür. Im Habichtswald haben sich documenta Künstler ihre eigenen Grabstellen gestaltet und sich testamentarisch verpflichtet, sich dort beisetzen zu lassen. Bilder dazu konnte man im Museum bestaunen. Nach viel Information über Tod, Trauer und Beisetzung ging die Gruppe anschließend zum Bummeln in die Kasseler Innenstadt. Der Bus sollte um 14.30 Uhr Richtung Herkules abfahren. Leider war die Anfahrt zum Herkules gesperrt, dort fand ein Festival statt. Nach kurzer Beratung wurde umgeplant und es ging in die Aue, zu Orangerie und Marmorbad. Um 18.00 Uhr traf der Bus wieder in Niedenstein ein. Den Abend gestalteten die Gastfamilien.


Am Sonntagmorgen trafen sich alle am Niedensteiner Hallenbad, die Gäste fuhren wieder nach St. Germer. Die Koffer wurden verladen und einige Kisten Bier fanden auch noch Platz. Mit der Gewissheit, sich im Oktober wiederzusehen, verabschiedete man sich von den Freunden mit vielen Bisous und Umarmungen. Es waren unterhaltsame schöne Tage.
